Jiu Jitsu

Jiu Jitsu - Aktivitäten 2026

Hier finden Sie eine Übersicht der Aktivitäten des Jahres 2026 unserer Jiu Jitsu Gruppe.

Erfolgreicher 2. Prüfungstag beim TuS 05

Einen Tag nach den Gürtelprüfungen der Kinder waren am Sonntag, dem 12. Juli 2026, die Jugendlichen und Erwachsenen an der Reihe. Sie stellten sich den Anforderungen der nächsthöheren Graduierungen und zeigten der Prüfungskommission ihr Können.

Mit jedem neuen Gürtelgrad, vom Orangegurt (Daidaiiro Obi) über den Grüngurt (Midori Obi) bis hin zum Blaugurt (Aoiri Obi) steigen auch die Anforderungen. Besonders bei den Waffenabwehren gegen Stock, Messer und Pistole waren präzise und realitätsnahe Techniken gefragt. Die Prüfung wurde von lizenzierten Prüfern und Prüferin des Fachsportverbandes „Moderne Jiu-Jitsu Allianz e. V.“ (MJJA.de) durchgeführt. Dabei legte die Kommission großen Wert auf saubere, realistische Ausführungen. Schließlich übernehmen die höheren Graduierungen im Verein zunehmend Verantwortung und unterstützen bereits als Vorbilder und Trainingshelfer in verschiedenen Übungseinheiten. 

Nach einer schweißtreibenden Prüfung stand schließlich fest: Alle Teilnehmenden hatten ihr Bestes gegeben und bestanden erfolgreich. Stolz nahmen sie ihren neuen Gürtel, die Urkunde, den Eintrag in den Budo-Pass und die Glückwünsche der Prüfer entgegen. Und weil Traditionen gepflegt werden wollen, ließ man den erfolgreichen Prüfungstag nach einer wohlverdienten Dusche gemeinsam bei Pizza und guter Stimmung ausklingen.





(Text: Josef Flecken, Foto: Corinna Burg)


Jiu-Jitsukas überzeugten bei der Gürtelprüfung

Am 11. Juli 2026 verwandelte sich das Dojo des TuS 05 Arloff-Kirspenich e.V. in eine Bühne für den Jiu-Jitsu-Nachwuchs. 27 Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren stellten sich mit viel Konzentration, aber auch einer gehörigen Portion Aufregung der Prüfung zum nächsthöheren Gürtel. Unter den aufmerksamen Augen der Dan-Trägerinnen und Dan-Träger des TuS-Dojos in Arloff-Kirspenich, die allesamt Mitglieder des Fachsportverbandes „Moderne Jiu-Jitsu Allianz e.V.“ (MJJA.de) sind, hieß es: Techniken sauber ausführen, sicher fallen, ruhig bleiben und zeigen, was in den vergangenen Monaten trainiert wurde.

Vom ersten Angrüßen bis zur letzten Technik wurde deutlich, dass die jungen Jiukas ihr Handwerk verstanden.
 In vielen Angriffen war gut zu erkennen, worauf das Augenmerk der TrainerInnen lag. Es wurden keine unrealistische oder falsche Abwehrtechniken beigebracht. Das heißt nicht, dass Kindertraining immer „voll realistisch“ sein muss. Kinderunterricht ist oft bewusst vereinfacht. Gute ÜbungsleiterInnen bauen ihr Training meist in drei Stufen auf: Sie erklären altersgerecht, was Übung und was Realität ist. Sie bauen Techniken schrittweise und mit Widerstand auf. Sie betonen Sicherheit, Position, Balance und Fluchtmöglichkeiten statt „unbesiegbarer“ Abwehren. Was oft geübt wird, wird automatisiert. Wenn eine Abwehr auf unrealistischen Angriffen basiert oder biomechanisch unzuverlässig ist, kann das später schwer wieder zu korrigieren sein. Besonders bei Kindern ist saubere Technik wichtiger als spektakuläre Bewegungen. Wenn Kinder merken, dass Gezeigtes unter Druck nie funktioniert, kann das Vertrauen in Training und Anleitung leiden. 

Auf jeden Fall bekamen die Prüfer und natürlich auch die Zuschauer dabei viele sauber ausgeführte Würfe, Hebel, Abwehrtechniken und eine ordentliche Portion Kampfgeist zu sehen. Trotz verständlicher Nervosität zeigten alle Kinder eine gute bis sehr gute Gesamtleistung und bewiesen eindrucksvoll, dass sich regelmäßiges Training, Fleiß und Durchhaltevermögen auszahlen.

 Am Ende gab es dann den verdienten Lohn für den Einsatz. Strahlende Gesichter konnten den neuen Gurt und die entsprechende Urkunde dazu von der Prüfungskommission entgegennehmen. Der Beifall der „mitgebrachten“ Eltern, Großeltern, Freunde usw. in der voll besetzten Halle nahm fast kein Ende. Ein gelungener Prüfungstag, der einmal mehr zeigte, dass der Jiu-Jitsu-Nachwuchs des Dojo Arloff-Kirspenich bestens aufgestellt ist.
 





(Text: Josef Flecken, Foto: Dionys Heuken)


Selbstverteidigungs-Seminar für Pflegefachkräfte beim TuS 05 Arloff-Kirspenich e.V.

Am 27. Juni 2026 hat der TuS 05 ein ganz besonderes Seminar ausgerichtet. Vierzehn Mitarbeitende des Kreiskrankenhauses Mechernich nahmen an einem speziell vom Jiu-Jitsu Trainer Markus Burg entwickelten Selbstschutz- und Handlungstraining für Pflegefachkräfte teil. 

Der Kontakt kam über unseren Vereinstrainer Markus zustande, der gemeinsam mit der Pflegedirektion die Idee umgesetzt hat. Hintergrund ist ein Thema, das leider immer aktueller wird. Übergriffe gegenüber Pflege- und Rettungskräften nehmen rapide zu. Umso wichtiger sind praxisnahe Konzepte zur Vorbereitung auf schwierige Situationen.
Trotz sommerlicher Temperaturen ließen sich die Teilnehmenden nicht abschrecken. Dank der guten Belüftung unserer Halle sowie angenehmen Rahmenbedingungen konnte intensiv trainiert werden.
 















Unter der Leitung von Übungsleiterin Elena Mies und Markus Burg wurde mit vollem Einsatz geübt und trainiert. Zum Programm gehörten praktische Übungen am „BOB“ (Trainingsdummy in Menschengestalt) sowie realitätsnahe Szenarien mit unserem „Black Man“. Dies ist ein Vollschutzanzug, in dem Markus selbst ordentlich gefordert wurde. Hier konnten sich alle Teilnehmenden nach Herzenslust gegen den "Angreifer" wehren. „Das tut richtig gut“, so eine Teilnehmerin. 

Ein großes Dankeschön an alle Teilnehmenden für ihr Engagement, die tolle Stimmung und den vollen Einsatz. Wir freuen uns, dass wir mit unserem Angebot einen wichtigen Beitrag leisten konnten. 


Bei Interesse an unseren Seminarangeboten freuen wir uns über Ihre Anfrage unter:
mail[at]tus-arloff-kirspenich.de

(Text und Fotos: Josef Flecken)


Zwischen Verantwortung und Leidenschaft. Die neue Stimme der Matte.

Wenn Elena heute die Halle betritt, schauen viele zuerst zu ihr. Nicht nur wegen des schwarzen Gürtels um ihre Hüfte. Sondern wegen der Rolle, die sie inzwischen trägt. Vor über einem halben Jahr bestand sie ihre Danprüfung im Jiu-Jitsu und leitet seitdem die gesamte Abteilung. Der Weg dorthin war nicht laut. Kein plötzlicher Triumph, kein großes Rampenlicht. Eher viele Jahre aus verschwitzten Trainingsabenden, schmerzenden Gelenken und sogar Verletzungen.

„Der Schwarzgurt verändert nicht plötzlich, wer du bist“, sagt sie ruhig. „Er zeigt eher, wer du die ganze Zeit gewesen bist“. Während andere nach der Danprüfung erst einmal durchatmen würden, begann für sie kurz danach die nächste Herausforderung: Verantwortung. Trainings organisieren. Entscheidungen treffen. Menschen motivieren. Vorbild sein. Und das in einer Kampfkunst, in der Respekt nicht eingefordert, sondern verdient wird. Man merkt schnell, dass Elena nicht versucht, laut zu führen. Ihre Autorität entsteht nicht aus Härte, sondern aus Haltung. Sie spricht aufmerksam mit Anfängern, korrigiert geduldig Techniken und trainiert trotzdem mit derselben Ernsthaftigkeit wie früher. Vielleicht sogar mehr. Besonders junge Mitglieder orientieren sich inzwischen an ihr. Für viele Mädchen und Frauen ist sie längst mehr als nur Trainerin geworden. Eine, die zeigt, dass Stärke nicht bedeutet, ständig kämpfen zu müssen. Sondern immer wieder aufzustehen. „Am Anfang wollte ich einfach nur lernen, mich zu verteidigen“, erzählt sie. „Irgendwann habe ich verstanden, dass Jiu-Jitsu viel mehr mit dem Inneren zu tun hat als mit Würfen oder Hebeln“.

Wer sie auf der Matte erlebt, versteht schnell, was sie meint. Da ist Konzentration, aber keine Arroganz. Konsequenz, aber keine Kälte. Die Übernahme der Abteilung kam relativ schnell. „Die größte Herausforderung war nicht die Technik,“ sagt sie, „sondern zu akzeptieren, dass jetzt Menschen auf mich vertrauen.“ Vielleicht liegt genau darin ihre besondere Stärke. Sie wirkt nicht wie jemand, der unbedingt führen wollte. Sondern wie jemand, der verstanden hat, dass Führung manchmal einfach bedeutet, Verantwortung nicht auszuweichen.

Wenn das Training endet und die Halle langsam leer wird, bleibt oft noch dieser typische Geruch aus Schweiß, Tatami und Anstrengung in der Luft. Für Außenstehende ist es nur ein Trainingsraum. Für sie ist es ein Ort geworden, der sie geprägt hat. Und nun prägt sie ihn selbst.
 



Der ehemalige Leiter der Jiu-Jitsu Abteilung, Josef, schaut regelmäßig beim Training vorbei. Nach dem Training, wenn alle Matten abgebaut sind, bleiben beide oft noch kurz im Clubraum sitzen und reden. Hier möchten sie uns bei einem dieser Gespräche teilhaben lassen:

 

Josef:
Was war für dich schwieriger: Die Prüfung zum ersten Dan im Jiu-Jitsu oder eine motivierte Jugendgruppe nach den Sommerferien wieder einzufangen? 

Elena:
Die Danprüfung war definitiv die größere Herausforderung, vor allem, weil ich sie erst im dritten Anlauf geschafft habe. Immer kam etwas anderes dazwischen. Umso schöner war das Gefühl am Ende. Mit den Jugendlichen war es dagegen total unkompliziert. Die sind cool, motiviert, haben Lust aufs Training und machen es einem leicht.

Josef:
Erinnerst du dich an den Moment deiner Danprüfung noch genau? 

Elena:
Tatsächlich nicht direkt. Erst abends zu Hause auf der Couch vor dem Fernseher ist langsam angekommen, was ich da eigentlich geschafft habe. Da war ich einfach stolz. Der neue schwarze Gürtel lag natürlich die ganze Zeit neben mir und wurde „massiert“. 

Josef:
Was hat sich seit dem Schwarzgurt mental am meisten verändert?
 

Elena:
Eigentlich gar nicht so viel. Der schwarze Gürtel macht einen nicht zu etwas Besserem oder Wichtigerem. Für mich ist er eher Motivation, weiter an mir zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen.

Josef:
Gibt es technische Schwerpunkte, die du im Training setzt?

Elena:
Mir sind realistische und anwendbare Techniken wichtig, ganz im Sinne unseres angeschlossenen Fachverbandes MJJA e.V. Gleichzeitig möchte ich auch die traditionellen Aspekte und den Gedanken der Kampfkunst bewusst erhalten. 

Josef:
Was war die größte Herausforderung seit der Übernahme der Abteilung? 

Elena:
Wahrscheinlich mein eigener Anspruch an mich selbst. Ich setze mich oft unter Druck, besonders bei Prüfungen oder wenn ich das Gefühl habe, allem gerecht werden zu wollen.
 

Josef:
Mal ganz ehrlich. Gibt es etwas, das du als neue Leiterin bewusst anders machen möchtest, als ich es getan habe? 

Elena (lacht):
Die Ansprachen vor Trainingsbeginn werden definitiv viel kürzer ausfallen. 

Josef:
Welche Erfahrungen hast du als Frau in einer oft männlich geprägten Kampfsportwelt gemacht?

Elena:
Ich habe überwiegend positive Erfahrungen gemacht. Gerade die Männer im Training haben mich immer unterstützt und gepusht. Trotzdem ist es mir wichtig zu zeigen, dass man sich als Frau im Kampfsport genauso selbstverständlich seinen Platz erarbeiten kann.

Josef:
Was würdest du jungen Mädchen sagen, die mit Kampfsport anfangen möchten? 

Elena:
Einfach machen. Nicht zu viel nachdenken. Ausprobieren und eigene Erfahrungen sammeln. 

Josef:
Wo möchtest du die Abteilung in drei bis fünf Jahren sehen? 

Elena:
Ich wünsche mir, dass wir Erwachsene weiter in Richtung Dan-Grade begleiten können. Gleichzeitig möchte ich Interesse dafür wecken, dass Sportlerinnen und Sportler später selbst Verantwortung übernehmen und vielleicht auch Kinder und Jugendliche trainieren.

Josef:
Welche Ziele hast du persönlich? Gibt es Ambitionen auf den zweiten Dan?

Elena:
Definitiv. Natürlich bedeutet das Arbeit, aber ich sehe es eher als spannenden nächsten Schritt. Eigenes Training und die Vorbereitung auf das Prüfungsprogramm miteinander zu verbinden, traue ich mir gut zu. 

Josef:
Was möchtest du, dass deine Schüler eines Tages über dich sagen? 

Elena:
Dass ich ihnen die Begeisterung für Jiu-Jitsu vermitteln konnte. Wenn jemand durch mein Training Freude am Sport gefunden hat und gerne dabeigeblieben ist, wäre das für mich das schönste Feedback.

Josef:
Wenn man so viele Jahre auf und neben der Matte miteinander erlebt hat, dann ist Jiu-Jitsu irgendwann mehr als nur ein Sport. Es wurde ein Teil meines Lebens. Deshalb bedeutet mir diese Übergabe des Dojos an dich auch sehr viel. Aber gleichzeitig erfüllt es mich mit großer Freude und Ruhe zu wissen, dass du, Elena, diesen Weg weiterführst. Du bringst Herz, Stärke, Respekt und die richtige Haltung mit. Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du mit deinem Team genauso viele besondere Momente erleben darfst, wie ich sie erleben durfte.
 


Das "Dōjō", der "heilige Ort" des TuS 05 Arloff-Kirspenich

Der TuS 05 verfügt über eine vereinseigene Sporthalle, in der immer etwas los ist. Während in der einen Ecke Pedalos klappern und irgendwo ein Ball gegen die Wand prellt, herrscht im Jiu-Jitsu-Bereich eine etwas andere Atmosphäre. Konzentriert, respektvoll und manchmal auch leicht mystisch. Die Jiu-Jitsukas nennen ihren Trainingsraum deshalb ehrfürchtig ihr „Dōjō“, den heiligen Ort der Kampfkunst. Das Dōjō ist heute jedoch weit mehr als nur ein Trainingsraum für Kampfkünste. Ursprünglich bedeutet das japanische Wort Dōjō etwa „Ort des Weges“, ein Raum, in dem nicht nur Technik, sondern auch Charakter, Wahrnehmung und Haltung geübt werden.

Wie es sich für ordentliche Budo-SportlerInnen gehört, wird beim Betreten und Verlassen des Dōjōs natürlich gegrüßt. Einmal verbeugen (Ojigi), kurz innehalten und schon kann das Training beginnen. Doch warum das Ganze? Die Verbeugung ist ein Zeichen des Respekts gegenüber der Kampfkunst, den Lehrern, den Trainingspartnern und auch gegenüber sich selbst.

Traditionell befindet sich gegenüber dem Eingang die sogenannte Kamiza, der „Platz der Götter“. Die Dōjōleitung des TuS 05 schätzt zwar die asiatische Philosophie sehr, musste aber ehrlicherweise feststellen: Für einen echten Sitz fernöstlicher Gottheiten fehlt dann doch ein wenig der dafür erforderliche Glaube. Deshalb gibt es beim TuS 05 keine Kamiza im klassischen Sinne, wohl aber den „Geist des „Dōjō“. Dieser wacht würdevoll von seinem Platz rechts oben neben dem Eingang (ihr braucht nicht hinzuschauen, man sieht ihn nicht) über das Geschehen. Vermutlich mit strengem Blick auf die Matte (Tatami). Und so kommt es, dass beim TuS 05 Arloff-Kirspenich e.V. nicht nur beim Betreten und Verlassen des Dōjōs gegrüßt wird, sondern auch beim Betreten und Verlassen der Matte. Nicht aus Zwang, sondern aus Respekt. Denn genau darum geht es im Budo. Höflichkeit, Aufmerksamkeit und Gemeinschaft.

Auch die Sitzordnung folgt im Budosport normalerweise festen Regeln. Die Lehrer (Sensei) sitzen rechts, vom Eingang aus gesehen, die Schüler (Deshi) genau gegenüber. Beim TuS 05 läuft das allerdings etwas anders. Hier sitzen die Lehrer links. Warum? Ganz einfach. Der damalige Dōjōleiter wollte die Fensterfront im Blick behalten. Die Zuschauer im Rücken seien weniger problematisch gewesen. Wenn man eine Wand im Rücken hat, braucht man diesen Raum nicht zu beobachten. Das Gehirn bewertet das als sicherer, weil potenzielle „Gefahren“ nur aus weniger Richtungen kommen können. Das ist ein sehr altes, evolutionäres Muster: Kontrolle über die Umgebung.



Seit 25 Jahren wird im Arloffer Dōjō wieder Jiu-Jitsu trainiert.


(Text Josef Flecken, Foto Udo Wiedemann)

Kinder- und Jugendlehrgang am 26. April 2026

„Der wahre Zweck des Trainings ist nicht der Wettkampf, sondern die Entwicklung von Körper und Geist.“ Der Satz von Kanō Jigorō klingt erstmal ziemlich ernst. Aber keine Sorge, beim Kinder- und Jugendlehrgang am 26. April 2026 in Arloff-Kirspenich wurde dieser Gedanke mit ganz viel Spaß, Bewegung und guter Laune umgesetzt. Lehrgangsleiter Christian Böttcher (1. Dan Jiu-Jitsu) vom Verein Jiu-Jitsu-Freunde TV Einigkeit 06 Mülheim hatte nämlich ein Programm im Gepäck, das es in sich hatte.
 






Im Auftrag des Fachsportverbandes „Moderne Jiu-Jitsu Allianz e.V. (MJJA e.V.) und passend zum 25-jährigen Jubiläum der wiederbelebten Jiu-Jitsu Abteilung des TuS 05 ging es ordentlich zur Sache. Und zwar mit 34 motivierten Kindern und Jugendlichen (28 vom TuS und 6 vom befreundeten Verein). Schon beim Aufwärmen wurde schnell klar, Stillstehen ist heute nicht geplant. Mit lustigen Spielen brachte Christian die Halle zum Beben. Es wurde gelacht, gerannt, gerufen, der Geräuschpegel war der beste Beweis dafür, dass hier alle voll dabei waren.

Und wenn jemand ein Spiel gewonnen hat? Dann wurde nicht einfach nur geklatscht, nein, der Sieger musste auf der Matte tanzen. Wobei „musste“ vielleicht das falsche Wort ist, denn am Ende forderte Christian alle zum Mittanzen auf. Zwischen den wirklich kurzen Trinkpausen ging es dann aber auch ans Eingemachte. Fallschule und erste Jiu-Jitsu-Würfe standen auf dem Programm. Natürlich kindgerecht erklärt, verständlich gezeigt und mit ganz viel Geduld vermittelt. So konnten alle etwas Neues lernen, ganz ohne Druck, dafür mit umso mehr Spaß.

Wie im Flug verging die Zeit, und ehe man sich versah, war der Lehrgang auch schon vorbei. Zum Abschluss gab es einen großen, gemeinsamen Applaus, für die Kinder und Jugendlichen, für die Zuschauer und natürlich auch für den Lehrgangsleiter. Vielen herzlichen Dank, lieber Christian, für den tollen Lehrgang. Fazit: Ein Tag voller Bewegung, Lachen und neuer Erfahrungen. Und eins ist sicher, die nächste Runde kann kommen. Ob wieder in Arloff-Kirspenich oder anderswo. Die jungen Sportler und Sportlerinnen sind bereit.


(Text und Fotos Josef Flecken)

Budo-Frühlings-Seminar in Bottrop

Schon im ersten Moment liegt diese besondere Energie im Dojo. Konzentriert, respektvoll und gleichzeitig voller spürbarer Begeisterung für den Budosport. Genau dieses Gefühl prägte das 9. Budo-Seminar in Bottrop, das am 18. April 2026 vom Verein „TENWA-RYU-BOTTROP“, Mitglied im Fachsportverband „Moderne Jiu-Jitsu Allianz e.V.“ unter der Leitung des Selbstverteidigungsexperten Markus Wilger ausgerichtet wurde.

„Treibe Sport und tue Gutes“, dieser Leitsatz ist hier kein bloßer Spruch, sondern gelebte Haltung. Denn neben intensiven Trainingseinheiten stand auch der soziale Gedanke im Mittelpunkt. Ein Teil der Lehrgangseinnahmen wird an das Lavia Institut für Trauerbegleitung gespendet. Eine Geste, die zeigt, dass Budo weit über Technik und Wettkampf hinausgeht. Mehr als 60 Budoka aus unterschiedlichsten Stilrichtungen wie Taekwondo, Karate, Judo, Krav Maga und Jiu-Jitsu fanden sich auf der Tatami ein. Was sie verband, war nicht nur die Freude an Bewegung, sondern auch der Respekt vor der Vielfalt ihrer Disziplinen. Und genau diese Vielfalt wurde an diesem Tag zelebriert. Mit hochkarätigen Referenten war das Seminar erstklassig besetzt: Professor Mirco Berwing (6. Dan American Kenpo Karate) aus Berlin, Sensei Frank Herholt (5. Dan Koshinkan Karate) aus Bad Salzuflen, Sensei Dirk Lunnemann (4. Dan Jiu-Jitsu) aus Mülheim und Markus Wilger selbst (6. Dan Jiu-Jitsu) aus Bottrop vermittelten ihr Wissen und das komplett ohne Honorar. Ein starkes Zeichen für die Gemeinschaft im Budo.
 






Nach einem gemeinsamen, dynamischen Aufwärmen ging es direkt in die Praxis. In drei nach Graduierung gestaffelten Gruppen wurde intensiv gearbeitet. Die Trainer rotierten kontinuierlich, wodurch jede Gruppe von allen Stilrichtungen profitieren konnte. Ständiger Partnerwechsel sorgte zusätzlich für neue Impulse und für genau das, was den Budosport ausmacht. Anpassungsfähigkeit, Timing und gegenseitiges Lernen. Auffällig war, wie viele Parallelen sich zwischen den Systemen zeigten, trotz unterschiedlicher Schwerpunkte. Ob Hebel, Schlagtechniken oder Bewegungsprinzipien, am Ende führte vieles zum gleichen Ziel. Eine effektive Selbstverteidigung mit klarem Geist und kontrollierter Technik.

Doch was dieses Seminar wirklich besonders machte, war die Atmosphäre. Der Spaß am Training war überall spürbar. Es wurde konzentriert gearbeitet, aber genauso viel gelacht. Egal ob die Teilnehmenden aus Berlin, Neumünster oder der Eifel angereist waren, auf der Matte waren alle gleich. Die Sportlerinnen und Sportler des TuS 05 Arloff-Kirspenich e.V. brachten es am Ende auf den Punkt. Eine große Dankbarkeit gegenüber Markus und seinem Team für die hervorragende Organisation sowie gegenüber den Referenten, die ihr Wissen praxisnah, leidenschaftlich und auf höchstem Niveau weitergegeben haben. Und eines war nach diesem Tag klar: Im nächsten Jahr sind wir wieder dabei, soviel steht fest.

(Text: Josef Flecken, Fotos: MJJA e.V.)

Waffenfachkunde als Grundlage moderner Selbstschutzkonzepte

Nach Auffassung der „Modernen Jiu-Jitsu Allianz e.V.“ (MJJA) ist ein realitätsnahes Training zur Abwehr von Bedrohungen mit Pistolen und Revolvern ohne fundierte Kenntnisse über Aufbau, Funktionsweise und sichere Handhabung dieser Waffen nicht zielführend. Um dieses Ausbildungsdefizit zu schließen, bietet der Verband seinen Mitgliedern spezialisierte Waffenlehrgänge an. Die ersten Schusswaffenlehrgänge fanden am 28. März 2026 von 13:00 bis 15:00 Uhr und von 15:00 bis 17:00 Uhr in Hattingen statt.

Im Fokus stand ausdrücklich nicht die Vermittlung von Abwehrtechniken, diese werden in gesonderten Modulen trainiert, sondern die sachgerechte Handhabung von Kurzwaffen. Behandelt wurden unter anderem typische Funktionsstörungen wie Ladehemmungen, deren Ursachen sowie Maßnahmen zur sicheren Behebung. Ebenso wurden Unterschiede zwischen gängigen Munitionsarten, beispielsweise 9 mm Luger und .357 Magnum, praxisnah erläutert. Die Schießaufsicht lag in den Händen von Michele Colonna, Markus Wilger und Carsten Meyer, alle erfahren und sachkundig im Umgang mit Waffen.

In einer bewusst klein gehaltenen Gruppe von maximal je 12 Teilnehmenden konnte intensiv und individuell gearbeitet werden. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer hatte die Möglichkeit, 60 Schuss mit den Pistolen und Revolvern abzugeben. Der Lehrgang war durch einen durchweg verantwortungsvollen und sicherheitsbewussten Umgang mit den Waffen geprägt. Die vergleichsweise hohe Schusszahl ermöglichte es den Teilnehmenden, ein solides Gefühl für die Handhabung von Kurzwaffen zu entwickeln und praktische Erfahrung zu sammeln.

Die Sportlerinnen und Sportler des TuS 05 Arloff-Kirspenich e.V. zeigten sich durchweg begeistert von der Ausbildung. Besonders hervorgehoben wurden die professionelle Anleitung durch die Schießaufsicht sowie die effiziente Organisation, die eine maximale Nutzung der Trainingszeit erlaubte. Das positive Fazit eines Teilnehmers bringt es auf den Punkt: „Die Ausbildung war praxisnah, strukturiert und hat große Freude gemacht.“ Der TuS 05 bedankt sich ausdrücklich bei Michele, Markus und Carsten für ihr Engagement und freut sich auf die zukünftigen Lehrgänge.



(Text: Josef Flecken, Foto: MJJA e.V.)

Mondō 2026 - Lernen, Schwitzen, Lachen

Das Mondō (Gespräch zwischen Sensei und Ushi Deshi) der „Modernen Jiu-Jitsu-Allianz e.V.“ (MJJA) fand vom 30. Januar bis 01. Februar 2026 in Hagen statt. Gastgeber war erneut der Verein ETV 1881 e.V. Abt. Yaware unter der bewährten Leitung von Michele Colonna und seinem großartigen Team – und man kann es gleich vorwegnehmen: Es wurde intensiv, lehrreich und stellenweise auch leicht „blau“ an Armen und Beinen trainiert.

Der Freitag startete traditionsgemäß mit der Jahreshauptversammlung. Doch das Herzstück der MJJA ist und bleibt die realistische Selbstverteidigung. Genau die stand am Samstag und Sonntag im Mittelpunkt. Hier gilt: Techniken müssen nicht hübsch aussehen wie im Hochglanz-Lehrbuch. Entscheidend ist, dass sie im Ernstfall funktionieren. Unrealistische Spielereien geben schließlich nur eine trügerische Sicherheit, und davon hat im Ernstfall niemand etwas.





Am Samstagmorgen ging es nach dem Frühstück direkt zur Sache. Trainiert wurde nach dem Cooper-Farbcode. Von Weiß (völlig unaufmerksam und unvorbereitet) über Gelb (entspannt, aber wachsam) und Orange (konkrete Alarmbereitschaft) bis hin zu Rot (Gefechtsmodus) wurde alles durchgespielt. Bei Letzterem wurde es dann auch mal etwas handfester. Das Resultat: ehrliche Trainingsspuren in Form von blauen Flecken, zerrissenen T-Shirts und zufriedenen Gesichtern. Unter der Anleitung von Michele Colonna, Markus Wilger und Mirko Berwing wurden unterschiedlichste Angriffssituationen trainiert, natürlich realistisch, dynamisch und manchmal sogar gegen mehrere Angreifer gleichzeitig. Ziel war es, den Aggressor kampfunfähig zu machen oder zu kontrollieren. Beim Transportgriff durfte dieser dann gern in eine „devote Lage“ (O-Ton Markus Wilger) gebracht werden, selbstverständlich rein technisch und mit sportlichem Respekt.

Nach satten acht Stunden Training wartete der Verband mit einer besonderen Überraschung auf: Michele Colonna wurde für sein jahrzehntelanges Engagement für das Jiu-Jitsu, seine Persönlichkeit und seine Vorbildfunktion mit dem 5. Dan im Jiu-Jitsu ausgezeichnet. Eine Ehrung, bei der sich wirklich alle einig waren: hochverdient. Die anwesenden Danträgerinnen und Danträger bestätigten dies mit ihren Unterschriften auf der Urkunde. Der anschließende Applaus wollte kaum enden, ebenso wenig wie die herzlichen Umarmungen. Danach ging es unter die wohlverdiente Dusche und später zum sehr leckeren Abendbuffet, wo sich die Energiespeicher wieder füllten.



Der Sonntag stand unter der Leitung von Michele, Markus und Sabine ganz im Zeichen der Prüfungsordnung. Noch einmal wurde quer durch alle Bereiche trainiert, wieder mit vollem Einsatz und viel gegenseitiger Unterstützung.
So ging ein weiteres Mondō zu Ende. Interessant, intensiv, lehrreich und vielseitig. Was die MJJA besonders auszeichnet, ist das familiäre Miteinander. Auf der Matte wie auch daneben ist man eine Gemeinschaft, die sich gegenseitig stärkt und unterstützt. Entsprechend groß ist schon jetzt die Vorfreude auf das nächste Wiedersehen bei Lehrgängen und Veranstaltungen.

Ein herzliches Dankeschön geht vom TuS 05 Arloff-Kirspenich e.V., der ebenfalls mit einigen Sportlerinnen und Sportlern vertreten war, an Michele und sein Team für dieses rundum gelungene Wochenende.



(Text: Josef Flecken, Fotos: MJJA e.V.)

Prolog:

Der Gürtel, genauer gesagt, der schwarze Gürtel (Obi), wird nicht gewaschen. Niemals. Punkt.

Denn was ihn so besonders macht, sind nicht Waschmittel und Weichspüler, sondern Schweiß, Strapazen und jede Menge sportliche Dramen. Er hat mehr Zerreißproben hinter sich als so manche Beziehung, wurde unzählige Male zusammengebunden, geknotet, wieder gelöst und dabei mit reichlich Schweiß des Träger "parfümiert". Ob im Training mit dem Partner oder im heldenhaften Kampf mit dem Gegner: dieser Gürtel hat alles gesehen und gerochen.

Sein leicht... sagen wir mal "charakterstarkes" Aussehen ist die persönliche Note seines Besitzers, quasi die Visitenkarte aus Fasern.

Und letztlich ist der ramponierte Gürtel eine echte Trophäe, geformt aus Siegen und Niederlagen, aus Freud und Leid, aus blauen Flecken und triumphalen Momenten. Diese Essenz kann man weder wegwischen noch auswaschen und schon gar nicht an einen anderen Budoka verleihen.

Kurz gesagt: der Gürtel stinkt nicht. Er erzählt Geschichten. Lassen wir ihn zu Wort kommen.

 

 

TuS: Hallo Shodan. Schön, dass du dir Zeit für uns nimmst. Stell dich doch kurz vor.

Shodan: Hallo erst einmal. Mein Name ist Shodan, ich bin ein echter Öskirchener Jong und wurde am 30. Mai 1987 im Sporthaus Steffens auf der Wilhelmstraße adoptiert. Hersteller ist kein geringerer als Alfred Rhode aus Dreieich, Qualität Made in Germany.

TuS: Du klingst sehr stolz auf deine Herkunft.

Shodan: Absolut. 100% Baumwolle in meiner DNA. Kein Billig-Garn, sondern echte Qualitätsware. Manche nennen mich "Gürtel" oder "Dan", ich nenne mich lieber "Textil-Kämpfer".

TuS: Es heißt, du hast ein angespanntes Verhältnis zu Wasser. Stimmt das?

Shodan: Hust..., sagen wir mal so: ich und Wasser sind keine besten Freunde. Böse Zungen behaupten, ich scheue es, und ja: da ist leider etwas Wahres dran.

TuS: Du hast offenbar schon viel von der Welt gesehen.

Shodan: Oh ja. Den Kreis Euskirchen, das Ruhrgebiet, von Wilhelmshaven bis Sonthofen, von Saalfeld bis Belgien, London - ich war quasi auf Gürtel-Weltreise. Immer schon um den Bauch meines Meisters geschnallt.

TuS: 1991 kam dein Bruder Nidan dazu. Wie war das?

Shodan: Endlich Gesellschaft in der Trainingstasche. Nidan ist auch Kunstseide, sah schick aus und hatte sogar Tattoos: Sensei-Name und zwei Dan-Balken. Leider ist er schneller gealtert als ich. Tja, Kunst kommt eben von "künstlich".

TuS: Wie war euer Alltag?

Shodan: Training, Lehrgänge, Wettkämpfe, schwitzen, wieder eingepackt werden - pure Routine. Wir haben uns die Einsätze fair geteilt. Teamarbeit eben.

TuS: Dann kam 2020 die Pandemie.

Shodan: Schlimme Zeiten. Leere Dojos, keine Schüler und Schülerinnen. Die Tatami flüsterten mir zu: "Hoffentlich trampelt bald wieder jemand auf uns rum." So weit war es schon gekommen.

TuS: Doch 2021 gab es Zuwachs?

Shodan: Ja, Sandan kam am 24. Januar 2021. Frischer Stoff, voller Energie. Endlich wieder mehr Einsätze. Wir waren wieder im Geschäft.

TuS: Und wie geht es dir heute?

Shodan: Naja, ich und Nidan haben schon ein paar Alterserscheinungen. Etwas trainingsmüde, ein paar Fransen hier und da. Aber dann kam noch Yondan im November 2025 und wir fühlen uns wieder wie eine richtige Gürtel-Familie.

TuS: Dein Schlusswort?

Shodan: Ich danke, auch im Namen meiner Brüder, für dieses Interview. Und denkt immer daran: Ein Gürtel ist mehr als nur Stoff. Er ist Geschichte.

 

Das Gespräch führte Josef Flecken.

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