Jiu Jitsu

Jiu Jitsu - Aktivitäten 2026

Hier finden Sie eine Übersicht der Aktivitäten des Jahres 2026 unserer Jiu Jitsu Gruppe.

Mondō 2026 - Lernen, Schwitzen, Lachen

Das Mondō (Gespräch zwischen Sensei und Ushi Deshi) der „Modernen Jiu-Jitsu-Allianz e.V.“ (MJJA) fand vom 30. Januar bis 01. Februar 2026 in Hagen statt. Gastgeber war erneut der Verein ETV 1881 e.V. Abt. Yaware unter der bewährten Leitung von Michele Colonna und seinem großartigen Team – und man kann es gleich vorwegnehmen: Es wurde intensiv, lehrreich und stellenweise auch leicht „blau“ an Armen und Beinen trainiert.

Der Freitag startete traditionsgemäß mit der Jahreshauptversammlung. Doch das Herzstück der MJJA ist und bleibt die realistische Selbstverteidigung. Genau die stand am Samstag und Sonntag im Mittelpunkt. Hier gilt: Techniken müssen nicht hübsch aussehen wie im Hochglanz-Lehrbuch. Entscheidend ist, dass sie im Ernstfall funktionieren. Unrealistische Spielereien geben schließlich nur eine trügerische Sicherheit, und davon hat im Ernstfall niemand etwas.





Am Samstagmorgen ging es nach dem Frühstück direkt zur Sache. Trainiert wurde nach dem Cooper-Farbcode. Von Weiß (völlig unaufmerksam und unvorbereitet) über Gelb (entspannt, aber wachsam) und Orange (konkrete Alarmbereitschaft) bis hin zu Rot (Gefechtsmodus) wurde alles durchgespielt. Bei Letzterem wurde es dann auch mal etwas handfester. Das Resultat: ehrliche Trainingsspuren in Form von blauen Flecken, zerrissenen T-Shirts und zufriedenen Gesichtern. Unter der Anleitung von Michele Colonna, Markus Wilger und Mirko Berwing wurden unterschiedlichste Angriffssituationen trainiert, natürlich realistisch, dynamisch und manchmal sogar gegen mehrere Angreifer gleichzeitig. Ziel war es, den Aggressor kampfunfähig zu machen oder zu kontrollieren. Beim Transportgriff durfte dieser dann gern in eine „devote Lage“ (O-Ton Markus Wilger) gebracht werden, selbstverständlich rein technisch und mit sportlichem Respekt.

Nach satten acht Stunden Training wartete der Verband mit einer besonderen Überraschung auf: Michele Colonna wurde für sein jahrzehntelanges Engagement für das Jiu-Jitsu, seine Persönlichkeit und seine Vorbildfunktion mit dem 5. Dan im Jiu-Jitsu ausgezeichnet. Eine Ehrung, bei der sich wirklich alle einig waren: hochverdient. Die anwesenden Danträgerinnen und Danträger bestätigten dies mit ihren Unterschriften auf der Urkunde. Der anschließende Applaus wollte kaum enden, ebenso wenig wie die herzlichen Umarmungen. Danach ging es unter die wohlverdiente Dusche und später zum sehr leckeren Abendbuffet, wo sich die Energiespeicher wieder füllten.



Der Sonntag stand unter der Leitung von Michele, Markus und Sabine ganz im Zeichen der Prüfungsordnung. Noch einmal wurde quer durch alle Bereiche trainiert, wieder mit vollem Einsatz und viel gegenseitiger Unterstützung.
So ging ein weiteres Mondō zu Ende. Interessant, intensiv, lehrreich und vielseitig. Was die MJJA besonders auszeichnet, ist das familiäre Miteinander. Auf der Matte wie auch daneben ist man eine Gemeinschaft, die sich gegenseitig stärkt und unterstützt. Entsprechend groß ist schon jetzt die Vorfreude auf das nächste Wiedersehen bei Lehrgängen und Veranstaltungen.

Ein herzliches Dankeschön geht vom TuS 05 Arloff-Kirspenich e.V., der ebenfalls mit einigen Sportlerinnen und Sportlern vertreten war, an Michele und sein Team für dieses rundum gelungene Wochenende.



(Text: Josef Flecken, Fotos: MJJA e.V.)

Prolog:

Der Gürtel, genauer gesagt, der schwarze Gürtel (Obi), wird nicht gewaschen. Niemals. Punkt.

Denn was ihn so besonders macht, sind nicht Waschmittel und Weichspüler, sondern Schweiß, Strapazen und jede Menge sportliche Dramen. Er hat mehr Zerreißproben hinter sich als so manche Beziehung, wurde unzählige Male zusammengebunden, geknotet, wieder gelöst und dabei mit reichlich Schweiß des Träger "parfümiert". Ob im Training mit dem Partner oder im heldenhaften Kampf mit dem Gegner: dieser Gürtel hat alles gesehen und gerochen.

Sein leicht... sagen wir mal "charakterstarkes" Aussehen ist die persönliche Note seines Besitzers, quasi die Visitenkarte aus Fasern.

Und letztlich ist der ramponierte Gürtel eine echte Trophäe, geformt aus Siegen und Niederlagen, aus Freud und Leid, aus blauen Flecken und triumphalen Momenten. Diese Essenz kann man weder wegwischen noch auswaschen und schon gar nicht an einen anderen Budoka verleihen.

Kurz gesagt: der Gürtel stinkt nicht. Er erzählt Geschichten. Lassen wir ihn zu Wort kommen.

 

 

TuS: Hallo Shodan. Schön, dass du dir Zeit für uns nimmst. Stell dich doch kurz vor.

Shodan: Hallo erst einmal. Mein Name ist Shodan, ich bin ein echter Öskirchener Jong und wurde am 30. Mai 1987 im Sporthaus Steffens auf der Wilhelmstraße adoptiert. Hersteller ist kein geringerer als Alfred Rhode aus Dreieich, Qualität Made in Germany.

TuS: Du klingst sehr stolz auf deine Herkunft.

Shodan: Absolut. 100% Baumwolle in meiner DNA. Kein Billig-Garn, sondern echte Qualitätsware. Manche nennen mich "Gürtel" oder "Dan", ich nenne mich lieber "Textil-Kämpfer".

TuS: Es heißt, du hast ein angespanntes Verhältnis zu Wasser. Stimmt das?

Shodan: Hust..., sagen wir mal so: ich und Wasser sind keine besten Freunde. Böse Zungen behaupten, ich scheue es, und ja: da ist leider etwas Wahres dran.

TuS: Du hast offenbar schon viel von der Welt gesehen.

Shodan: Oh ja. Den Kreis Euskirchen, das Ruhrgebiet, von Wilhelmshaven bis Sonthofen, von Saalfeld bis Belgien, London - ich war quasi auf Gürtel-Weltreise. Immer schon um den Bauch meines Meisters geschnallt.

TuS: 1991 kam dein Bruder Nidan dazu. Wie war das?

Shodan: Endlich Gesellschaft in der Trainingstasche. Nidan ist auch Kunstseide, sah schick aus und hatte sogar Tattoos: Sensei-Name und zwei Dan-Balken. Leider ist er schneller gealtert als ich. Tja, Kunst kommt eben von "künstlich".

TuS: Wie war euer Alltag?

Shodan: Training, Lehrgänge, Wettkämpfe, schwitzen, wieder eingepackt werden - pure Routine. Wir haben uns die Einsätze fair geteilt. Teamarbeit eben.

TuS: Dann kam 2020 die Pandemie.

Shodan: Schlimme Zeiten. Leere Dojos, keine Schüler und Schülerinnen. Die Tatami flüsterten mir zu: "Hoffentlich trampelt bald wieder jemand auf uns rum." So weit war es schon gekommen.

TuS: Doch 2021 gab es Zuwachs?

Shodan: Ja, Sandan kam am 24. Januar 2021. Frischer Stoff, voller Energie. Endlich wieder mehr Einsätze. Wir waren wieder im Geschäft.

TuS: Und wie geht es dir heute?

Shodan: Naja, ich und Nidan haben schon ein paar Alterserscheinungen. Etwas trainingsmüde, ein paar Fransen hier und da. Aber dann kam noch Yondan im November 2025 und wir fühlen uns wieder wie eine richtige Gürtel-Familie.

TuS: Dein Schlusswort?

Shodan: Ich danke, auch im Namen meiner Brüder, für dieses Interview. Und denkt immer daran: Ein Gürtel ist mehr als nur Stoff. Er ist Geschichte.

 

Das Gespräch führte Josef Flecken.

Copyright 2026 - Turn- und Sportverein 05 Arloff-Kirspenich e.V.